Grüner Blick
31
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August
2026
Über die Offenlegung des Bebauungsplans für das Henschel-Areal wurde kontrovers diskutiert. Aus grüner Sicht handelt es sich dabei um eines der zentralen Entwicklungsgebiete Kassels.
Schließlich sollen auf dem Areal viele unterschiedliche Nutzungen zusammenkommen. Dazu zählen Gewerbe und Arbeitsplätze, Kunst und Kultur, sozialer Wohnraum und Wohnangebote für Auszubildende - und das alles in einem historisch und städtebaulich besonderen Umfeld.
„Mit der Offenlegung bringen wir die konkrete Planung, die Gutachten und die zugrunde liegenden Abwägungen transparent auf den Tisch. Bürger*innen, Verbände und natürlich auch wir als Politik können genau hinschauen, Stellungnahmen abgeben und Kritik äußern.“ Selina Holtermann, Sprecherin für Stadtentwicklung
Die Offenlegung fand eine knappe Mehrheit der demokratischen Stadtverordneten. Eine weitere Abstimmung über den finalen Bebauungsplan wird Ende des Jahres oder Anfang 2027 auf der Tagesordnung stehen.
Nach den bereits durchgeführten Beteiligungsveranstaltungen ist die Offenlegung der nächste formelle Schritt im Bebauungsplanverfahren. Die Kritikpunkte sind den Grünen bekannt und Teil der weiteren Abwägung. Insbesondere die Bedenken rund um die Heilhaussiedlung und die Brandaustraße seien dabei zu berücksichtigen.
„Wir nehmen die Sorgen der Anwohner*innen sehr ernst. Ein Hospiz, Wohnbebauung und soziale Einrichtungen brauchen besonderen Schutz. Fragen zu zusätzlichem Verkehr und Lärm sind deshalb vollkommen berechtigt.“ Selina Holtermann, Sprecherin für Stadtentwicklung
Diese Fragen sollten aus grüner Sicht jedoch auf Grundlage der tatsächlichen Planung und der vorliegenden Gutachten diskutiert werden. Der Vorwurf, mögliche Varianten seien nicht ausreichend geprüft worden, lasse sich anhand der vorliegenden Unterlagen so etwa nicht aufrechterhalten. Aufgrund der bestehenden Bebauung, der Topografie und des Denkmalschutzes hätten sich mehrere geprüfte Alternativen leider als unmöglich herausgestellt.
Auch deshalb seien für die Brandaustraße konkrete Schutzmaßnahmen und Beschränkungen vorgesehen: Sie soll lediglich als Zufahrt und nicht als Ausfahrt genutzt werden. Hinzu kommen zeitliche Beschränkungen zum Schutz der Nachtruhe sowie weitere Vorgaben zur Begrenzung des Verkehrs.
Eine Ablehnung der Offenlegung wiederum hätte nicht zur Folge gehabt, dass auf dem Henschel-Areal künftig nichts mehr passiert wäre. Bauvorhaben wären weiterhin nach dem bestehenden Baurecht möglich gewesen - ganz im Sinne eines Industriegebietes.
Linke und SPD haben mit ihrer Ablehnung somit nicht nur eine Verhinderung von Arbeitsplätzen und Wohnraum in Kauf genommen, sondern auch eine drastische Zunahme an Verkehr und Lärm. Während die Ablehnung der Linken vor allem auf Fundamentalismus aufbaut, vermuten die Grünen bei der SPD andere Beweggründe.
„Die Linke betreibt Verhinderungspolitik anstelle von Stadtentwicklung. Mit dem Schüren von Ängsten und der Verbreitung von Halbwahrheiten lässt sich eine Stadt nicht gestalten.“ Pilar Butte, Fraktionsvorsitzende
Das Abstimmungsverhalten der SPD verwundert die Grünen angesichts deren regelmäßig gestellten Forderungen nach mehr bezahlbarem Wohnraum umso mehr. Schließlich hat sie mit ihrer Ablehnung den Bau der vor allem für Studierende und Azubis geplanten neuen Wohnungen bedroht.
„Die SPD hält Sonntagsreden über Verantwortung und torpediert dann wichtige Stadtentwicklungsprojekte. Das ist das Gegenteil von verantwortungsvollem Handeln.“ Pilar Butte, Fraktionsvorsitzende
Für den Offenlegungsbeschluss, und somit für eine mögliche Schaffung sozialen Wohnraums und neuer Arbeitsplätze, stimmten neben den Grünen auch CDU, FDP, Freie Wähler und Volt.