Grüner Blick
06
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July
2026
Viele Menschen in Kassel verbinden mit dem Stern und der Unteren Königsstraße einen Ort, an dem man sich nicht gerne länger aufhält als nötig. Es ist laut, es ist mühsam, die Straßen zu überqueren und gleichzeitig ist es ein wichtiger Ort für den Umstieg beim Nahverkehr.
„Zu schmale Haltestellenbereiche, man tritt sich auf die Füße. Schmale Gehwege. Kaum Grün, schlechte Luft und immer wieder heftiger Verkehrslärm. Die gefühlte Sicherheit ist ausbaufähig.“ Eva Koch, verkehrspolitische Sprecherin
Die Haupt-Einkaufsstraße Kassels, die Königsstraße hat an dieser Stelle keinen einladenden Zugang. Dabei ist es eine wichtige Achse: wer von der Uni kommt, und in die Innenstadt will, geht oder fährt hier entlang. Die Verlängerung der Fußgängerzone Richtung Uni wurde bereits angegangen. Ein erster Schritt war die Neugestaltung des Verkehrs in der unteren Königsstraße mit mehr Platz für die Gastronomie. Aus Sicht der Grünen kann das jedoch nur der Anfang gewesen sein.
Aufenthaltsqualität, Sicherheit, Einzelhandel, umweltfreundlicher Verkehr, Gastronomie, schöne Platzgestaltung und mehr Grün - aus Sicht der Grünen besteht am Stern es ein großes Verbesserungspotenzial.
„Wir möchten ein Kassel, in dem man sich überall gerne aufhält und nicht nur in der Karlsaue und am Herkules.“ Eva Koch, verkehrspolitische Sprecherin
Die Ideen für Verbesserungen sind zahlreich. In Veranstaltungen, Workshops, in Arbeiten der Uni Kassel und Bürgerinnenbeteiligungsformaten wurden zahlreiche Vorschläge entwickelt. In einem Workshop zum Innenstadtkonzept im Jahr 2024 fand u.a. folgende These breite Zustimmung: ‚Nicht auto-, sondern menschengerecht! Die Kasseler Innenstadt ist mit jedem Verkehrsmittel angemessen zu erreichen und zu erleben. Große Straßenräume gewinnen durch den Umbau und die Reduzierung der Verkehrsflächen an Aufenthaltsqualität.‘ Daran möchten die Grünen gerne anknüpfen. Der notwendige Austausch der Gleise am Stern, geplant für das Jahr 2033, öffnet ein Fenster für Baumaßnahmen zur Umgestaltung.
„Das sollten wir unbedingt nutzen und deshalb freuen wir uns über die Magistratsvorlage. Darin finden sich keine inhaltlichen Festlegungen, sondern sie ist ein Startpunkt für einen längeren Prozess. Das Ergebnis ist zum jetzigen Zeitpunkt offen.“ Eva Koch, verkehrspolitische Sprecherin
Auch nach dem Umbau werden dort Autos und Straßenbahnen fahren, und Menschen zu Fuß und mit dem Rad unterwegs sein, soviel steht fest. Aus Sicht der Grünen sollten bei der konkreten Planung die bisherigen Ideen aufgegriffen und weiterentwickelt werden.
„Die Vorlage setzt einen Schwerpunkt beim Thema Verkehr - aber es geht um viel mehr. Es geht um Stadtgestaltung, Klimaanpassung, Aufenthaltsqualität. Und weil es um die Menschen geht, wollen wir sie in die Prozesse einbeziehen, um die Vision zu realisieren: der Stern als grüne, einladende und lebendige Pforte zur Innenstadt.“ Eva Koch, verkehrspolitische Sprecherin
Eine breite Mehrheit der Stadtverordneten stimmte für die Magistratsvorlage. Der Magistrat ist nun beauftragt, verschiedene Varianten des Umbaus zu prüfen.