Grüner Blick
28
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September
2026
Erneut wurden verschiedene Anträge zu den Parkgebührenzonen eingebracht. Sowohl AfD als auch BSW versuchten erfolglos, nachträgliche Änderungen zu bewirken.
„Die Diskussion zu den Parkgebühren führen wir hier zum wiederholten Mal – ich sage es immer wieder gerne: kostenlose Parkplätze in allen Stadtteilen sind nice to have, bequem – aber nur für Menschen, die mit dem Auto unterwegs sind.“ Eva Koch, verkehrspolitische Sprecherin
Deutlich weniger als die Hälfte der Menschen in Kassel besitzt ein Auto und profitiert damit von kostenlosen Parkplätzen im öffentlichen Raum. Viele, die in Kassel wohnen, sehen schlicht keine Notwendigkeit, ein Auto zu besitzen. Andere können es sich gar nicht leisten. Aus grüner Sicht ist ein flächendeckend kostenloses Parken daher sozial unausgewogen. Denn auch die ärmeren Menschen ohne Auto, die Parkplätze gar nicht nutzen, zahlen dafür mit - über die öffentlichen Abgaben.
Stellplätze kosten viel Geld. Das ifeu Institut Heidelberg hat in einer Studie für Parkplätze im öffentlichen Raum Kosten von mindestens 1.200 € jährlich ermittelt. Das sind reale Kosten, die bei der Stadt Kassel entstehen.
„Warum genau sollten wir auf eine angemessene Beteiligung derjenigen verzichten, die diese Parkplätze nutzen? Wäre nicht besser: Weniger Gebühren für den Kitaplatz, mehr für das Parken?“ Eva Koch, verkehrspolitische Sprecherin
Im bundesweiten Vergleich sind die in Kassel verlangten 6€ pro Tag für einen Parkplatz ein moderater Betrag. Außerdem wurden die wurden ausgeweitet, die Preise aber sind geblieben.
Als beeindruckend bezeichnet Koch die alleine vom Team des Friedrichsgymnasiums zurückgelegten Wege beim Stadtradeln: 44.062 Kilometer – in nur zwei Wochen.
„Das ist deutlich mehr als einmal um die Erde. Was würden sich die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler an von der Stadtpolitik wünschen? Kostenfreie Parkplätze? Wohl kaum. Eine gute Radinfrastruktur? Schicke Schultoiletten? Gut ausgestattete Fachräume? Schon eher.“ Eva Koch, verkehrspolitische Sprecherin
Viele Kasseler Bürger*innen können ihren Arbeitsplatz gut mit Bus, Bahn oder mit dem Rad erreichen. Und viele nutzen diese umweltfreundlichen Alternativen regelmäßig und gerne. Für die gern zitierten Krankenpfleger, die wegen unregelmäßiger und früher oder später Arbeitszeiten den ÖPNV nicht nutzen können, wäre es zu begrüßen, wenn die Unternehmen für Parkmöglichkeiten sorgen. Viele täten das auch. Gleichzeitig seien nun zahlreiche Parkplätze für Anwohnende frei, die bisher von den Pendler*innen belegt waren.