Grüner Blick

09

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February

2026

Keine Pause bei Städtepartnerschaft mit Ramat Gan

Argumente der Linken überzeugen nicht

Die Stadt Kassel setzt ihre Partnerschaft mit der israelischen Stadt Ramat Gan nicht aus. Die Linke hatte gefordert, die Städtepartnerschaft für sechs Monate auszusetzen und dann über eine Wiederaufnahme oder die Fortsetzung zu entscheiden. Der Antrag erhielt von den Stadtverordneten keine Mehrheit.

"Die Argumente der Linken überzeugen uns nicht. Sie verweisen auf das Beispiel Jaroslawl. Ein Vergleich hier hinkt natürlich gewaltig. Die Situation in Russland ist eine völlig andere. In Russland findet über einen schon längeren Zeitraum eine weitgehende Gleichschaltung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft statt, ich erinnere da zum Beispiel an die Absetzung des Bürgermeisters von Jaroslawl.“ Gernot Rönz, kulturpolitischer Sprecher der Rathausgrünen

Interkultureller Austausch mit kritischen Stimmen

Städtepartnerschaften sind für Rönz gerade in dieser Zeit wichtig:

„Der interkulturelle Austausch sorgt für gegenseitigen Wissensgewinn, kulturelle, soziale oder auch wirtschaftliche Zusammenarbeit oder dient einfach nur der Vernetzung und Freundschaft.“ Gernot Rönz, kulturpolitischer Sprecher der Rathausgrünen

Er berichtete vom Besuch aus Ramat Gan im letzten Sommer. Anlass war das 35-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft. Er konnte vor allem zwei Dinge feststellen: „Einmal, dass die Angst allgegenwärtig ist.“ So konnte die Delegation nicht sofort zurückfliegen, sondern erst Tage später, weil der Flugraum gesperrt war und Bomben vom Iran aus auf Israel geschossen wurden. Rönz konnte aber auch feststellen, dass es sehr reflektierte Positionen zur gegenwärtigen Situation in Nahost gibt.

„Insbesondere der zweite Bürgermeister hat eine sehr kritische Haltung gegenüber der Regierung. Und so lange ich solche Töne höre und weiß, dass dort auch noch eine offene Diskussion möglich ist und stattfindet, gibt es eben eine andere Situation als in Russland und es gibt keinen triftigen Grund, die Partnerschaft aufzukündigen, im Gegenteil. Gerade in diesen Situationen ist der Austausch richtig und wichtig.“ Gernot Rönz, kulturpolitischer Sprecher der Rathausgrünen