Grüner Blick
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February
2026
Die Städtischen Werke (STW) wollen bis 2035 die Eigenerzeugung von Strom aus Wind und Sonne auf rund 760 Gigawattstunden pro Jahr ausbauen. Dies entspricht einer Verzehnfachung der heutigen Erzeugung aus Erneuerbaren. Darüber haben die STW im Umweltausschuss bereits im April 2025 berichtet. Damit das Vorhaben gelingen kann, sollen Projektgesellschaften schneller gegründet werden.
„Um dieses strategische Ziel erreichen zu können, benötigen die Werke für die kommenden Jahre in den Bereichen Windparkentwicklung, Freiflächen-Photovoltaik sowie Batteriespeicher ein hohes Maß an unternehmerischer Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit.“ Dr. Martin Hoppe-Kilpper, Sprecher der Rathausgrünen für Klimaschutz und Energiepolitik
Hintergrund ist: Um an Ausschreibungen der Bundesnetzagentur für förderfähige Kapazitäten nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz teilnehmen zu können, müssen die STW laut Hoppe-Kilpper für jedes Projekt eine eigenständige Projektgesellschaft gründen, die dann das jeweilige Gebot bei der Bundesnetzagentur einreicht. „Der bislang erforderliche städtische Entscheidungsprozess zur Gründung dieser Projektgesellschaften nimmt regelmäßig mehrere Monate in Anspruch. Deshalb können kurzfristig entstehende Chancen zur Teilnahme an Ausschreibungen nicht genutzt werden.“ Mit dem Beschluss der Stadtverordneten soll erreicht werden, dass zukünftig der Magistrat über die Gründung dieser Projektgesellschaften entscheidet und der Stadtverordnetenversammlung dazu regelmäßig berichtet.
„Es geht um Energiesicherheit, um Klimaschutz und um die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt.“ Dr. Martin Hoppe-Kilpper, Sprecher der Rathausgrünen für Klimaschutz und Energiepolitik
In einer aktuellen Untersuchung geht das Kasseler Fraunhofer IEE davon aus, dass ab 2030 in den fünf nordhessischen Landkreisen und der Stadt Kassel im Jahresdurchschnitt genau so viel Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugt wird, wie die Region insgesamt verbraucht. Bis 2045 wird erwartet, dass die Erzeugung aus Erneuerbaren Energien den regionalen Verbrauch um das Eineinhalbfache übertrifft.