Grüner Blick
24
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February
2026
Nachdem sich in Kassel bereits zahlreiche Kürzungen auf Bundes- und Landesebene im Bereich der Hochschulen, bei Sprachkursen und dem sozialen Wohnungsbau bemerkbar gemacht haben, drohen CDU und SPD den Rotstift nun auch bei integrativer Bildung anzusetzen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt vor einem Etikettenschwindel, der zu schlechteren Arbeits- und Lernbedingungen führen wird.
„Die erneuten Kürzungen treffen Kassel hart. Was bleibt von Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit übrig, wenn CDU und SPD erst Sprachkurse streichen und dann Gesamtschulen und Integrationsklassen kaputtsparen?“ Mustafa Gündar, integrationspolitischer Sprecher der Rathausgrünen.
Hessenweit drohen bei der integrativen Bildung Kürzungen in Höhe von bis zu 70 Millionen Euro - insbesondere an den integrativen Gesamtschulen, beim Sozialindex und bei Integrationsklassen. Konkret betroffen sind damit vor allem Maßnahmen, die Kinder und Jugendliche in herausfordernden sozialen Lagen gezielt unterstützen.
Besonders enttäuscht zeigt sich die grüne Rathausfraktion davon, dass das erst vor wenigen Monaten gestartete Startchancen-Programm torpediert wird. „Die zusätzlichen Mittel des Programms sind ein wichtiger Schritt, um Schulen mit besonderen Herausforderungen zu stärken“, so Gündar.
„Multiprofessionelle Teams aus Pädagogik und Sozialarbeit sowie zusätzliche Lehrkräfte ermöglichen frühzeitige Unterstützung. Dass das Geld dafür nun an anderer Stelle wieder zusammengestrichen wird, ist bildungspolitisch kurzsichtig und integrationspolitisch fatal. Die schwarz-rote Landesregierung verspielt damit die Chancen vieler junger Menschen.“ Mustafa Gündar, integrationspolitischer Sprecher der Rathausgrünen.